Ein Matrix42-Workflow führt einen Prozess in Matrix42 Enterprise Service Management automatisch aus, etwa eine Bereitstellung, eine Genehmigung oder die Anbindung eines Drittsystems (Workflows). Sie bauen ihn im Workflow Studio oder im Workflow Designer (in der Matrix42-Dokumentation „AI-Native Workflow Designer“; ob er Ihnen zur Verfügung steht, hängt von Ihrer Lizenz ab). Die Workflow-Engine führt ihn im Hintergrund aus. Starten kann ihn ein Assistent (Wizard), eine Aktion, ein Zeitplan, eine Datenänderung (im Workflow Designer) oder ein anderer Workflow.
Was ist der Unterschied zwischen Workflow Studio und Workflow Designer?
Das Workflow Studio ist ein visueller Editor als Windows-Anwendung, die aus der Administration startet. Der Workflow Designer ist eine eigene Browser-Anwendung ohne Programmierung („no-code“) mit eigener Rolle. Beide münden in einen XAML-Workflow, den die Workflow-Engine ausführt; der Workflow Designer speichert zusätzlich den Flow selbst, also den dort gebauten Ablauf.
| Merkmal | Workflow Studio | Workflow Designer |
|---|---|---|
| Arbeitsweise | visueller Editor: Workflows aus Aktivitäten und Komponenten zusammensetzen; laut Matrix42 ohne Entwicklungskenntnisse | im Browser, ohne Programmierung („no-code“) |
| Ort | Windows-Anwendung, Start über Administration › Services & Processes › Workflow Studio (deutsche Oberfläche: Dienste & Prozesse) | eigene Anwendung mit den Bereichen Overview, Workflows, Actions, Functions und Instances |
| Zugriff | über die Administration | eigene Rolle „Workflow Designer“, getrennt von allgemeinen Administratorrechten |
| Technik | XAML-Workflows auf Microsoft Windows Workflow Foundation 4.x | beim Veröffentlichen erzeugt der Designer aus dem Flow einen XAML-Workflow und gibt ihn frei (eigene Analyse von Matrix42 26.1) |
Quellen: Workflows und Workflow Designer Overview in der englischen Matrix42-Dokumentation.
Wie startet ein Matrix42-Workflow?
- Aus einem Assistenten (Wizard): Ein Assistent, der einen Workflow startet, übergibt beim Abschließen seine Eingaben an den Workflow (Wizard, Feld „Setup Wizard Workflow“). Zurück kommt eine OperationId, über die sich der laufende Workflow verfolgen lässt.
- Über eine Aktion: Einer Aktion lässt sich ein Workflow als Implementierung zuordnen. Wer die Aktion ausführt, startet den Workflow. Vorher prüft Matrix42 die Zielgruppe der Aktion; wer nicht dazugehört, kann den Workflow nicht starten. Die Aktion meldet nur, dass der Start angenommen wurde, nicht das Ergebnis.
- Nach Zeitplan: Eine Engine-Aktivierung (Engine Activation) mit der Engine „Start Workflow“ startet einen Workflow wiederkehrend. Im Workflow Designer heißt dieser Auslöser „On a schedule“.
- Bei Änderungen an Daten: Im Workflow Designer startet ein Flow beim Anlegen oder beim Ändern eines Datensatzes.
- Als Unter-Workflow: Ein Workflow kann einen anderen Workflow starten.
Welcher Dienst führt Matrix42-Workflows aus?
Der Windows-Dienst auf dem Anwendungsserver hängt von der Matrix42-Version ab: In 25.4 führt „Matrix42 Worker“ die Workflows aus, ab 26.1 „Matrix42 Function Engine Dispatcher“.
| Matrix42-Version | Dienst auf dem Anwendungsserver, unter dem Workflows laufen |
|---|---|
| 25.4 | „Matrix42 Worker“ |
| 26.1 | „Matrix42 Function Engine Dispatcher“; das Setup entfernt dort den Dienst „Matrix42 Worker“ |
Die Workflow-Engine baut auf Microsoft Windows Workflow Foundation 4.x und .NET Framework 4.x auf. Früher gab es zwei Implementierungen: die ältere auf Basis von Microsoft AppFabric und die neuere auf Basis der Matrix42 Workers. Laut Matrix42 ist AppFabric seit Version 12.1.0 der Enterprise Service Management Platform (ESMP), also lange vor 25.4 und 26.1, vollständig entfernt (Workflow Engine).
Hängt ein Workflow oder startet er nicht, ist der Dienst Ihrer Version einer der ersten Prüfpunkte: Jede Anfrage an die Workflow-Engine wartet in einer Warteschlange, bis ein Matrix42 Worker sie abholt (Abschnitt „Queuing“ der Matrix42-Dokumentation zur Workflow Engine); ab 26.1 übernimmt das nach unserer Analyse der Dispatcher.
Wie lässt sich verfolgen, was ein Matrix42-Workflow gerade tut?
Ein Workflow meldet seine Schritte mit der Aktivität „Update Visual Progress“. Je nachdem, wer den Stand verfolgt, dient dafür eine andere Ansicht:
- Der Workflow meldet seine Schritte: Matrix42 beschreibt „Update Visual Progress“ in der englischen Dokumentation als Aktivität, die „den benutzerfreundlichen Status des Workflow-Fortschritts aktualisiert“ (Originalwortlaut: „Updates the user-friendly status of the workflow progress“; Service Catalog Activities). Wie Sie sie richtig setzen, zeigt der Quick Win Update Visual Progress richtig einsetzen.
- Im Self Service Portal: Im Menü Workplace › My Orders (englische Oberfläche) zeigt die Leiste „Order Progress“ den Stand einer Bestellung (Monitoring Orders). Nach unserer Analyse von Matrix42 25.4 und 26.1 ergänzt Matrix42 bei einer genehmigten Bestellung mit laufender Bereitstellung die Schritte des Bereitstellungs-Workflows.
- In der Administration: Unter Administration › Services & Processes › Workflow Studio überwachen Administrator:innen laufende und beendete Workflow-Instanzen. Im Tracking Mode des Workflow Studio verfolgen sie eine Instanz Schritt für Schritt, mit den Ereignissen, Daten und Eigenschaften jeder Aktivität, auch ohne „Update Visual Progress“ (Tracking Mode).
- Nach dem Absenden eines Assistenten: Die Erweiterung Wizard Workflow Tracker von RootITUp öffnet ein Fenster, das den gestarteten Workflow Schritt für Schritt bis zum Ergebnis zeigt, bis zu zwei Stunden lang; danach zeigt es den letzten bekannten Zustand. Die Schritte stammen aus den „Update Visual Progress“-Aktivitäten des Workflows.
Was Sie bei Flow-Transport, Fortschrittsmeldung und Updates beachten sollten
Workflow-Designer-Flows in eine andere Umgebung übertragen
Ein Konfigurationsprojekt zeichnet bei einem Workflow-Designer-Flow nur den erzeugten XAML-Workflow auf, nicht den Flow selbst. Nach dem Import ist der Workflow in der Zielumgebung vorhanden, der Workflow Designer zeigt ihn dort aber nicht an. Auch die Auslöser (bei Anlage, bei Änderung, nach Zeitplan) legt Matrix42 erst an, wenn ein Flow in der jeweiligen Umgebung veröffentlicht oder aktiviert wird. Für einen Flow, den der Workflow Designer dort nicht kennt, entstehen sie also nicht. Rechnen Sie beim Weg von der Test- in die Produktivumgebung deshalb mit zusätzlichem Aufwand für den Flow und seine Auslöser. Das ergibt sich aus unserer Analyse von Matrix42 26.1 und ist nicht in einem Testsystem nachgestellt.
„Update Visual Progress“ erst am Ende aufgerufen
Jeder Aufruf von „Update Visual Progress“ beendet den bis dahin offenen Schritt und beginnt einen neuen. Wer die Aktivität erst am Ende aufruft, meldet bis dahin keinen Schritt, und die Schrittliste bleibt so lange leer. Setzen Sie sie an den Anfang jeder Phase.
Update bei Workflows auf der alten AppFabric-Engine
Die Voraussetzungsprüfung des Update-Laufs blockiert das Update, solange noch Workflows der alten AppFabric-Engine zugeordnet sind (Altbestand) oder Instanzen dieser Engine aktiv oder angehalten sind. Nach unserer Analyse von Matrix42 26.1 zeigt die System Diagnostics im laufenden Betrieb diese Regel nicht an. Klären Sie deshalb vor dem Wartungsfenster, ob noch Workflows der AppFabric-Engine zugeordnet sind; der Bereich „Workflow Migration“ der Workflow-Verwaltung zeigt Workflows der früheren Engine (Workflows). Stellen Sie diese auf die Worker-Engine um. Die Matrix42-Dokumentation zur Workflow Engine verweist dafür auf einen Migrationsleitfaden. Laufende Instanzen der alten Engine lassen Sie zu Ende laufen oder brechen sie ab.
Weiterführende Links
- Matrix42-Dokumentation (englisch): Workflows, Workflow Engine, Workflow Designer Overview, Tracking Mode
- Quick Win: Update Visual Progress richtig einsetzen
- Handbuch: Wizard Workflow Tracker